Wandel im Handel

Wandel im Handel

Der „Coronaturbo“ für den Handel  

Die Pandemie zeigt in vielen Bereichen Veränderungen und beschleunigt teils rapide Digitalisierungsthemen, insbesondere im Bereich der digitalen Zusammenarbeit.

Doch wie wirkt sich Corona auf die leidgeplagten Einzelhändler aus?
Und welche Katalysatorfunktion ist an der Stelle erkennbar?

Mit der Studie „Vitale Innenstädte 2020“ des IFH Köln (IFH = Institut für Handelsforschung) wird gezeigt, wie stark der sogenannte „Coronaturbo“ wirklich zündet.

Wissenschaftliche Studie erkennt Katalysatorfunktion

Nach neuesten Berechnungen zeigt sich, dass die Corona-Pandemie den Strukturwandel im Handel um geschätzte sieben bis acht Jahre beschleunigt und spricht deshalb zurecht vom „Coronaturbo.“

Tiefgreifende Folgen im Hinblick auf Onlinewachstum und Formatverschiebungen und ein sich stark veränderndes Kundenverhalten sprechen für eine unfassbar hohe Dynamik. Selbst Kunden, die bisher treu auf den stationären Handel zurückgegriffen haben, kaufen jetzt verstärkt auch Standardartikel wie Lebensmittel, Getränke oder auch Toilettenpapier online.

Das bringt neben den bereits hohen Herausforderungen durch die Pandemie zusätzliche Spannungsfelder für den stationären Handel mit sich. Wenn der Point-of-Sales nicht zusätzlich um digitale Lösungen erweitert wird, beschleunigt dies drohende Insolvenzen und Geschäftsaufgaben.

Das IFH Köln schätzt, dass die dargestellte Beschleunigung bis 2023 bis zu 20 Prozent an Geschäftsaufgaben mit sich bringt. Dabei fehlt noch die Berücksichtigung der verschärften Situation durch die im letzten Jahr frisch bestellte Ware für die neue Saison. Diese bindet jetzt vor Ort massiv Kapital, aber konnte auch nicht mehr abbestellt werden.

Wir greifen deshalb drei Trends auf, von denen wir glauben, dass sie nicht nur im Allgemeinen wichtig für die Zukunft waren und immer noch sind, sondern in der besonderen Situation noch stärker in den Blick des stationären Handels rücken müssen.

1. Hybrid Commerce – Die Symbiose der Kanäle

Ein kluger Ansatz, der in verschiedenen Bereichen bereits erkennbar ist: der Trend des Hybrid Commerce. Beide Seiten, sowohl der stationäre Handel als auch die Online-Welt, müssen in ihren Zukunftsbildern die Vorteile beider Welten vereinen und die zugehörigen Kanäle immer mehr miteinander verschmelzen.

Während Online-Händler wie Amazon oder Cyberport verstärkt die Präsenz vor Ort suchen, gehen große Ketten wie Douglas oder IKEA den anderen Weg und bauen ihr Online-Geschäft weiter aus. Das sind natürlich die großen Tanker der Szene. Und doch liegt hier die Chance kleiner Händler oder Filialisten, die in ihren Strukturen wesentlich agiler sein können.

Welcher Ansatz hier der Richtig ist, bestimmen letztlich das vorliegende Produktportfolio jedes Händlers als auch die gegebenen Kundenstrukturen.

2. Social Commerce – „Alter Trend“ so aktuell wie nie

Soziale Plattformen sind erst recht durch die Pandemie noch mehr verankert in unserem täglichen und zwischenmenschlichen Leben. Diese Fokussierung bietet auch die Chance für alle Einzelhändler um ihre fehlende Vor-Ort Präsenz in die digitale Welt zu verlagern.

Viele E-Commerce Lösungen der einschlägige soziale Plattformen können auch Händler nutzen um ihre Nutzer*innen anzusprechen und damit Umsätze erzielen.

Unterhaltung steht für die User nicht mehr nur im Vordergrund. Viele User durchforsten immer mehr die sozialen Medien, um lokale Geschäfte zu unterstützen und auf der Suche nach Marken und speziellen Angeboten.

Doch letztlich kann jede*r von uns nur dort kaufen, wo wir auch auf ein entsprechendes Online-Schaufenster treffen.

3. Conversational Commerce – Digitale Kommunikation einfach machen

In China bereits seit Jahren Trend und in Europa nur sehr zögerlich im Kommen.

Der Conversational Commerce zeigt sich vielschichtig und bleibt doch oft ungenutzt. Seit WhatsApp mit dem Shopping-Button eine Art Einkaufswagen im Chat implementiert hat, kann selbst die einfachste Konversation zum Verkaufen genutzt werden.

Landen wir bei beratungsintensiveren Produkten kann entweder die Videotelefonie im 1:1 Gespräch oder gar ein echtes Live-Shopping Format mit hunderten von Zuschauer*innen die Lösung sein.

Der große Vorteil von solider und hochwertiger Beratung, den vielen Einzelhändler für sich reklamieren, kann damit auch online dem Kunden angeboten werden.

Stilberatung über WhatsApp, Bestellungen über den Facebook Messenger oder mit einem Chatbot eine Kommunikation starten.  All diese Dinge sind in 2021 technologisch längst ausgereift und für jeden nur einen Sprung entfernt von der Implementierung.

Das ist alles der Anfang

Und gerade der Anfang braucht oft Mut. Und vor allem eine Art und Weise, all diese Chancen und Möglichkeiten auch zu sehen.

Warum sehen wir beispielsweise das so ungeliebte Terminshopping der Pandemie nicht einfach als Chance? Um eine Exklusivität und ein Erlebnis zu etablieren, was auch nach der Pandemie bestehen kann? Mit Beratung auf höchstem Niveau und Shopping als Erlebnis und nicht als Mittel zum Zweck? Sowie ggf. mit der  Möglichkeit mit einem persönlichem Sektempfang?

Zahlreiche weitere technologische Innovationen stehen bereits in den Startlöchern. Keine davon wird warten, wenn sie erstmal technologisch ausgereift ist: Gamification, VR-Shopping und die Nutzung von Künstlichen Intelligenzen im Bereich von Produkten und Warenwirtschaft und noch vieles mehr.

Der digitale Turbo, den Corona bringt, muss mit und durch alle Beteiligten in Handlung verwandelt werden. Denn die technologischen Möglichkeiten werden auch die Anforderungen der Kunden an jeden Einzelhändler radikal verändern.

Gerne unterstützen wir Sie auf Ihrer, ganz individuellen Reise und zünden gemeinsam den Turbo!

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